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Eine Scheidung ist manchmal ein notwendiges Übel, mit dem Ziel, einen offenbar ausweglosen bzw. belastenden Zustand zu beenden. Geht sie halbwegs gut über die Bühne, dann hat sie ihren Zweck erfüllt. Eskaliert eine Scheidung aber zu einem Ehekrieg, der alleine dem Abreagieren des Schmerzes dient, dann beginnt ein Selbstzerstörungsmechanismus in Kraft zu treten, der kaum mehr kontrollierbar ist. Wie heißt es so schön bei Goethe: „Die Geister, die ich rief, werd' ich nun nicht los!“
Die streitenden Parteien geraten schnell in eine „Abwärtsspirale“, in die auch das gesamte Umfeld, inklusive der „so geliebten Kinder“, hineingezogen wird. Das ist ein Sog, der so gut wie alle Beteiligten verletzt oder geschädigt zurücklässt. Natürlich ist es absolut menschlich, dass wir uns in unserer Verletztheit und Wut fast reflektorisch verteidigen und auch möglichst effizient zurückschlagen wollen. Daher denken sich beide Seiten: "Die Gerechtigkeit ist ja immer auf unserer Seite, daher erwarten wir auch zu gewinnen. Wir kämpfen schließlich, um zu gewinnen." Daher haben die meisten nur den eigenen Sieg vor Augen. Dieser Sieg wird sehr gerne möglichst bunt ausgemalt. Die traurige Wirklichkeit ist aber: In einer Scheidung gibt es bei genauer Betrachtung nur Verlierer. Jeder Beteiligte verliert dabei irgendetwas: Ideale, Träume, Würde, Zeit, Liebe, Menschen, Vertrautes, Vermögenswerte und vieles anderes mehr. Alle Betroffenen werden letztendlich zu Trennungsopfern!
Für den Fall des Scheiterns haben diese Menschen leider nur sehr selten eine adäquate Alternative parat. Katastrophen sind daher vorprogrammiert, und Gewaltereignisse und Suizidraten nach bzw. während Scheidungen sind dementsprechend erschreckend hoch.
Und wenn eine Seite - selten genug - aus der Sache als "Sieger" ausgestiegen ist, dann bedeutet dieser "Sieg" trotz aller Freude nichts anderes, dass jemand besiegt wurde, etwas zerstört wurde. Das können auch die eigenen Kinder sein. Deshalb darf der Ex-Partner, den man einst liebte, nicht „vernichtet“ werden, auch wenn er einem sehr weh getan hat. Die Kinder werden es Ihnen einmal danken.