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Vaterunser, Vaterland, Familienvater, Vaterschaft - die Bedeutung von Vätern als Schutz, Rückenstärke und Quelle der Ermutigung bei der Erkundung der Umwelt und bei der Erprobung kindlicher Fähigkeiten ist wichtig für eine Reihe späterer Kompetenzen. Die Familienrechtssprechung erfolgt derzeit frauen- und mütterorientiert, was zu erheblichen Ungleichheiten zu Ungunsten von Vätern, deren Kindern und den Großeltern väterlicherseits führt. Die Bevorzugung der Mutter-Kind-Beziehung in der Rechtssprechung ist für Väter emotional sicherlich schwer zu verkraften. Wenn keine Vereinbarung über die gemeinsame Obsorge getroffen wurde oder durch das Gericht die alleinige Obsorge der Mutter übertragen wird, werden Väter aus der Erziehungsverantwortung ausgeschlossen. In unserem Rechtsstaat kann es Vätern passieren, dass ihre Ehen gegen ihren Willen und ohne schuldhaftes Verhalten geschieden werden. Ihre Kinder werden ihnen entzogen und der Umgang mit diesen ausgeschlossen. Oft werden Väter auch mit Vorwürfen konfrontiert, die eigenen Kinder sexuell missbraucht zu haben und zudem werden sie durch Unterhaltszahlungen bis unter das Existenzminimum herabgesetzt. Neben großen materiellen Einbußen führt die Trennung von Familie und Kindern bei Männern zu starken körperlichen und seelischen Problemen. Rund jeder vierte Vater muss sich nach einer Scheidung sogar therapeutisch behandeln lassen. Das hat eine Studie der Universität Bremen ergeben, für die 3.800 geschiedene Männer befragt wurden.
"Es ist ein Vorurteil, dass Männer sich nach der Scheidung direkt die nächste Frau nehmen, sich nicht um ihre Kinder bemühen und keinen Unterhalt zahlen wollen", sagt der Studienleiter und Soziologieprofessor Gerhard Amendt. "Alle befragten Väter wollen sich gerne weiter um ihre Kinder kümmern", so Amendt. Die Studie ergab jedoch, dass jeder dritte Vater nach der Trennung keinen Kontakt zu seinen Kindern habe.
Der Grund dafür liege zum einen bei den Richtern: "Sie müssen sich daran gewöhnen, dass auch Väter Kinder erziehen können", sagt Amendt. In rund 85 Prozent der Scheidungsfälle blieben die Kinder bei der Mutter. Zum anderen seien die Hilfsangebote von Beratungsstellen und Jugendämtern zumeist auf alleinerziehende Mütter eingestellt. "Die Männer werden auf Grund vieler Vorurteile oft als Täter gesehen." Das teils zu Recht teils zu Unrecht entstandene Bild der Väter und Männer muss wieder zurechtgerückt werden. Mann und Frau sollen sich wieder gleichwertig zu einem gemeinsamen Ganzen ergänzen.