Petition Gemeinsame Obsorge

Die Trennungsopfer

 

Kinder brauchen Mütter

 

Mutter Erde, Motherland, Muttermilch, die Mutter ist Nahrung und Wärme. Ich werde geliebt weil ich bin. Mutterliebe ist die erste und wichtigste Bindung im Leben.

Soziologen sprechen vom Urvertrauen. Viele Indizien sprechen heute dafür, dass die Liebe zwischen Mutter und Kind schon vor der romantischen Liebe existierte. Bindungsforscher nehmen an, dass die Kindheit der ersten drei Jahre für die Entwicklung eines Kindes entscheidend ist. Säuglinge und Kinder brauchen Geborgenheit, Wärme und Sättigung. Sie kennen ihre Mütter und können sie von allen anderen Personen unterscheiden. Sie erwarten die Liebe derer, die für sie verantwortlich sind. Die Kinder benötigen ihre Mütter für eine gesunde seelische und geistige Entwicklung. Jeder Mensch hat nach der Bindungstheorie ein biologisches Bedürfnis nach Bindung, Zuwendung und Schutz. Psychische Sicherheit bereichert das Leben, während psychische Unsicherheit das Leben einschränkt. Das österreichische Familienrecht misst daher wegen der starken Mutter-Kind-Bindung insbesondere im Vor- und Volksschulalter, der Mutterrolle für das Wohl des Kindes besondere Bedeutung bei. In 20,5 Prozent aller Wiener Familien gibt es - laut Volkszählung 2001 - nur einen Elternteil. In absoluten Zahlen sind das 83 640 Familien! Von den Familien mit Kindern unter 15 Jahren sind es sogar 28 Prozent. Die überwiegende Mehrheit - nämlich 84 Prozent - der Wiener Alleinerzieherinnen sind Frauen.

Geschiedene Mütter sind oft in Konflikte mit ihren Ex-Partnern verwickelt und streiten über Unterhalt, Besuchsrecht und ungelöste materielle Fragen. In diesen Stresszeiten werden sie weniger belastbar, sind gereizt bis depressiv und nehmen eine negative Lebenseinstellung ein, die sich auf die Kinder negativ auswirkt. Viele Alleinerzieherinnen sind mit ihrer Situation völlig überfordert und müssen sich erst ein neues soziales Netz mühsam aufbauen. In Zeiten psychischer Anspannung nimmt leider auch die Gewalt gegen Frauen zu.

Physische und psychische Gewalt in Form von Erpressung, Stalking und Drohungen gegen Frauen sind leider keine Seltenheit. Gewalt gegen Frauen beeinträchtigt immer auch die Kinder, die diese Gewalt zwischen ihren Eltern täglich miterleben. Eingeschlossen in die gewalttätige Beziehung, hilflos den Gewalthandlungen, Erpressungen und Drohungen der Eltern ausgeliefert, wird das Miterleben der Gewalt häufig zu einer traumatischen Erfahrung. Die Gewalt von Vätern ist heute sehr gut dokumentiert. Gewalt gegen Kinder in der Familie liegt aber nicht nur bei den Vätern. Die Mütter verfügen ebenso über ein großes Gewaltpotential und üben es auch aus, sagen Psychiater und Psychologen wie Reinhard Haller. Die Gewalt von gestressten und frustrierten Müttern gegenüber ihren Kindern oder Partnern ist leider immer noch ein gesellschaftliches Tabu, und es gibt so gut wie keine Studien dazu. Nach den Beobachtungen von Kinderpsychiater Günther Deegener dürfte das Verhältnis Mutter zu Vater bezüglich Kindesmisshandlungen aber gleich sein. So passiert es leider immer öfter, dass Kinder lernen, dass Gewalt ein "normales" Mittel zur Konfliktlösung ist. Das bedeutet: Nicht nur die Mütter und Väter, auch ihre Kinder brauchen Hilfe, wenn es zu häuslicher Gewalt gekommen ist.