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Ein Kind kann an mehr als eine Person gebunden sein. Es kann sich an Mutter und Vater, an die Großeltern oder an eine Tagesmutter gebunden fühlen. Aus Sicht der Bindungsforschung spricht laut Karin Grossmann nichts gegen eine frühe Fremdbetreuung eines Kindes. Es gibt allerdings für die meisten Kinder eine Hierarchie der Bindungspersonen. Je schlechter es einem Kind geht - z.B. bei Krankheit -, desto mehr will es bei der Bindungsperson sein. Die Kindergärtnerin kann ein Kind eine Zeitlang beruhigen, aber wirklichen Frieden wird es erst finden, wenn sich die primäre Bezugsperson, also Mutter oder Vater, um es kümmert.
Wichtig bei der Fremdbetreuung ist auch, das zeitliche Maß zu finden. Bis jetzt konnte jedoch noch keine Studie ein Entwicklungsrisiko bei Fremdbetreuung ausschließen! Manche Kritiker meinen, hinter der sozialen Haltung des Staates, Krippenplätze für werktätige Mütter zur Verfügung zu stellen, stehe eine ganz andere Absicht - nämlich das Bestreben, das Kind zum Staatseigentum zu machen. Das bedeutet, dass die Eltern ihr Erziehungsrecht für ihre eigenen Kinder verlieren, weil sie nicht mehr alleine die Verantwortung tragen. Den Eltern wird damit das Recht genommen, ihre Kinder gemäß ihren eigenen Werten zu erziehen. Psychologin Ursula Büchli sagt: „Es ist hundertmal besser, sich einzuschränken und beim Kind zu bleiben. Kinder in Krippen binden sich eng an Betreuerinnen, wenn diese ihre Job wechseln, muss sich das Kind lösen von der bisherigen Bezugsperson. In Krippen wird das Bedürfnis nach Wärme, Hautkontakt und Geborgenheit zu wenig erfüllt.
Eine US-Langzeitstudie kam zu dem Ergebnis: Krippen schaden Säuglingen um so mehr, je früher, je länger und konstanter sie dort untergebracht werden.