Petition Gemeinsame Obsorge

Wehr- und Ersatzdienst

 

Artikel 7 der Bundesverfassung normiert, dass alle Bundesbürger ungeachtet ihres Geschlechts vor dem Gesetz gleich sind. In Artikel 9a sind trotzdem nur männliche Staatsbürger zum Dienst an der Allgemeinheit verpflichtet.

 

Die Wehrpflicht abschaffen wäre eine Lösung.

 

Rahmenbedingungen

 

Solange das Budget des Bundesheeres um den Bereich +/- 1% BIP liegt, ist eine Debatte um die Einführung eines Berufsheeres nicht zielführend. Der Durchschnitt der Verteidigungsausgaben europäischer Länder liegt zwischen 1,5% und 2% des Bruttoinlandsproduktes (BIP).

 

Zivildienst

 

Mit einer Abschaffung der Wehrpflicht würden Arbeitskräfte - insbesondere bei sozialen Institutionen wie Rotes Kreuz, Spitälern, Altersheimen, usw. - ausfallen und diese Dienstleistungen müssten von teurerem Personal erbracht werden. Nur eine kleine Rechnung: Müssen beispielsweise die derzeit 12.000 Zivildiener, die in sozialen Einrichtungen oder im Rahmen des Zivilschutzes tätig sind, durch Personen vom freien Arbeitsmarkt, die lediglich den Mindestlohn von 1.000,-- Euro bekommen, ersetzt werden, so wären jährlich (einschließlich der Lohnnebenkosten, etc.) rund 230 Millionen Euro zu veranschlagen (ohne Zusatzkosten wie Administration, Werbung, etc.).

 

Um die soziale Betreuung bei ständig steigender Lebenserwartung aufrecht erhalten zu können, kann auch die Schaffung einer allgemeinen Dienstpflicht durch die Politik nicht mehr ausgeschlossen werden.

 

Frauen beim Bundesheer

 

Seit 1998 können auch Frauen freiwillig Dienst beim Bundesheer machen. Bis 2005 habe sich 18.000 Frauen für eine Karriere beim Bundesheer interessiert wovon 12.000 ihr Interesse wieder zurückgezogen haben. Trotz Senkung der Leistungskriterien und Erhöhung des Soldes fanden sich bis März 2008 lediglich 311 Frauen die von dieser Möglichkeit der Berufsausübung Gebrauch machten.

 

Unter diesen Voraussetzungen wäre nicht zu erwarten, dass im Rahmen einer allgemeinen Dienstpflicht das Bundesheer zusätzliche Ressourcen bereitstellen müsste.

 

Folgen des einseitigen Militärdienstes für Männer

 

Die bei der Volkszählung 1951 errechnete Geschlechterproportion von 866 Männer auf 1.000 Frauen hat sich bis 2001 wieder auf 939 Männer auf 1.000 Frauen erhöht. Ein Grund für den Frauenüberschuss: Die gefallenen Männer beider Weltkriege.

 

Im Zweiten Weltkrieg sind 247.000 österreichische Männer als Soldaten gefallen oder wurden vermisst gemeldet. Zusätzlich zu den zivilen männlichen Opfern unter der Bevölkerung.

 

Die WHO geht davon aus, dass sich trotz einer Geburtenrate von 52 Prozent männlicher Kinder das Geschlechterverhältnis um 2030 wieder an 50:50 angeglichen hat. 85 Jahre nach Ende des letzten Krieges.